Wissenswertes zur Babymassage

Wir sollten nie vergessen, wie angenehm es für das Kind im Mutterleib war, wie wohlig die Berührung am Rücken. […] Das unerträgliche Gefühl der Leere (…), das das Baby bei seiner Geburt überkommt: Plötzlich ist da nichts mehr, was seinen Körper hält, seinen Rücken stützt. Der furchtbare, erschütternde Schrei der Geburt ist nichts anderes als der Ausdruck dieses plötzlichen, unerträglichen, wahnsinnigen Nichts; keine Berührung. Nichts an meinem Rücken. […] Darum müssen wir unsere Babys streicheln und wiegen. Und wir sollten ihre Körper massieren, die außen so leer und hungrig sind. Ein Kind mit Berührungen zu füttern, seine Haut und seinen Rücken zu nähren, ist ebenso wichtig, wie seinen Magen zu füllen. […] Wir müssen sie mit Wärme und Zärtlichkeit genug und über-genug füttern. Denn das brauchen sie, so sehr wie Milch. […] Nahrug, die Liebe ist. Wenn ein Kind sie entbehren muss, will es lieber sterben.

Frédérick Leboyerfranzösicher Gynäkologe, brachte die traditionelle indische Babymassage mit in den Westen

Die Haut als wichtigstes Sinnesorgan eines kleinen Babys

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. In ihr sitzen tausende von Tastkörperchen und Millionen von Nervenfasern. Schon im Mutterleib erfährt das Baby Sinneseindrücke über die Haut, es fühlt das Fruchtwasser und erfährt Begrenzung durch die Gebärmutter. Wird das Baby geboren, ist die Haut zunächst das wichtigste Sinnesorgan. Es liebt es, berührt und gestreichelt zu werden, und lässt sich durch sanfte Berührung beruhigen. Durch Berührung des Körpers erfährt es seine Grenzen, es lernt sich selbst zu spüren, entwickelt ein Körperbewusstsein.

Berührung ist für ein Baby überlebenswichtig. Berührung vermittelt Schutz und Halt, ist ein Ausdruck der Liebe. Wird ein Kind liebevoll berührt, wird das „Liebeshormon“ Oxytocin ausgeschüttet, das auch die emotionale Bindung fördert. Das Baby erlebt weniger Stress und ist ausgeglichener. Heute wissen wir, dass der Entzug von körperlicher Zuwendung krank macht.

Berührung macht auch schlau. Im Gegensatz zum Erwachsenen sind bei einem Baby die Nervenzellen noch wenig vernetzt. Die Kontaktstellen zwischen Nervenzellen untereinander und zu anderen Zellen (z.B Sinnes-, Drüsen- oder Muskelzellen) nennt man Synapsen, diese übertragen Reize. Wird ein Kind liebevoll berührt, werden diese Synapsen angeregt oder aktiviert und können sogar neu gebildet werden.

„Berührt, gestreichelt und massiert zu werden, das ist Nahrung für das Kind, Nahrung, die genauso wichtig ist wie Mineralien, Vitamine und Proteine, Nahrung, die Liebe ist.“ (Frédérick Leboyer)

Warum Babymassage?

Das wichtigste Sinnesorgan für ein kleines Baby ist seine Haut. Im Mutterleib war es ständig von Fruchtwasser umgeben und erfuhr Begrenzung durch die Gebärmutter. Nach der Geburt fehlt diese Geborgenheit. Durch Babymassage bekommt das Baby Zuwendung, Nähe und Zärtlichkeit, es wird ihm Halt gegeben, was es dringend für sein Wohlbefinden und seine Entwicklung braucht und die emotionale Bindung stärkt. Kinder, die mit viel Körperkontakt und Liebe heranwachsen, entwickeln ein Urvertrauen, das sie aufgeschlossen allem Neuen gegenüber sein lässt.

Aber nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper ist eine sanfte Massage wertvoll: Haut und Muskeln werden stärker durchblutet, die Muskulatur kann entspannen und wird gelockert. Das Nervensystem und der Verdauungstrakt werden stimuliert, die Herz-Kreislauf-Funktion und die Atmung werden angeregt. Es werden mehr Wachstumshormone ausgeschüttet und das Immunsystem wird gestärkt.

Durch die Massage kann ein Kind ein Bewusstsein für seinen Körper entwickeln. Es erfährt Begrenzung, Ruhe, kann sich entspannen und besser schlafen. Auch hilft die Massage bei Bauchweh, Blähungen und Schnupfen.

Dein Baby

  • genießt deine Berührung und deine Nähe
  • fühlt sich wohl und geborgen
  • kann seinen Körper und seine Grenzen wahrnehmen
  • schläft besser und schreit weniger
  • bekommt deine Hilfe bei Blähungen, Bauchweh und Schnupfen

Du

  • nimmst Kontakt zu deinem Baby auf und lernst es besser kennen
  • wirst sicherer im Umgang mit deinem Baby
  • hilfst deinem Baby, sich wohler zu fühlen
  • gibst deinem Baby Sicherheit, indem du die Massage als ein Ritual einführst